Harald Lesch, Astrophysiker, Kosmologe, Philosoph und Buchautor

Seit Jahren beglückt er uns mit kompliziertem Wissen, einfach erklärt. Schon beinahe berühmt ist sein leeres Klassenzimmer beim BR. Wo er nur mit seiner Sprache, und seiner Körpersprache auch die kompliziertesten Zusammenhänge erklärt, nur ab und zu mit einem kleinen Foto, oder einer Grafik unterstützt.

Das ist sein Talent. Ich persönlich habe jede Folge von "Alpha Centauri" gesehen, und auch seine Miniserie "Science vs. Fiction" auf dem Spartenkanal SciFi, in der er die Errungenschaften erklärt (oder vernichtet) die uns ScienceFiction-Autoren aufdrücken wollen, Warp, Beamen, Traktorstrahlen usw.

Dabei kommt auch Humor nicht zu kurz. Besonders wenn er sich über "sogenannte Zeitungen" auslässt, und deren "wissenchaftliche" Meldungen. Dass Licht müde wird z.B. :-)

So kennt man ihn, mit einer Tafel und seiner Körpersprache bewaffnet, erklärt er Essenzielles. (Bild von David Mülheims)

Seit dem dritten September 2008 moderiert er nun "Abenteuer Forschung", monatlich im ZDF, dem großen "Zweiten".

Dort hat er weder eine Tafel, noch Schulbänke, auch moderiert statt referiert er da, nun, es bleibt abzuwarten was da noch folgt, aber hier erstmal sein Statement zur neuen Sendung (Quelle: Pressetext ZDF):

Warum ich am "Abenteuer Forschung" mitarbeite
Von Professor Harald Lesch

Zunächst dachte ich: "Vorsicht Kamera". Was würden Sie denn denken, wenn das ZDF bei Ihnen anruft und Sie fragt, ob Sie sich vorstellen könnten, als Nachfolger von Joachim Bublath die Sendereihe "Abenteuer Forschung" zu moderieren? Vorstellen könnte ich mir das schon, aber ist die Frage auch ernst gemeint oder ist es nur ein Witz,
eben "Vorsicht Kamera"?

"Abenteuer Forschung" ist das Flagschiff der deutschen Wissenschaftssendungen, es definiert für mich das Premium-Segment der Darstellung wissenschaftlicher Inhalte für ein breites Publikum. Hier geht es nicht um reißerische Eventwissenschaft, die sich nur über Katastrophenszenarien und geheimnisvolle, fast schon esoterische Themen definiert. Sie ist auch keine "Sendung mit der Maus für Erwachsene", Nein, "Abenteuer Forschung" verlangt vom Zuschauer etwas, nämlich Aufmerksamkeit und dafür wird er aber auch belohnt mit faszinierenden Bildern und Erklärungen zu den wichtigsten Fragen der Gegenwart und Zukunft. Über Jahrzehnte haben Joachim Bublath und
seine Redaktion es sehr erfolgreich geschafft, die durchaus nicht immer einfachen Zusammenhänge moderner Forschungsergebnisse so darzustellen, dass sie eben doch einem breiten Publikum zugänglich und verständlich wurden. Bei der Fortführung dieses Projektes mitzuarbeiten ist für einen Wissenschaftler, der sich um die Vermittlung von Forschung in die Öffentlichkeit bemüht, nachgerade die Chance schlechthin. Wo wäre der Kreis der Zuschauer größer, wo wären die Möglichkeiten besser, als beim ZDF in der Redaktion von "Abenteuer Forschung".

"Das ist doch der Rolls Royce, das musst du machen", so einer meiner besten Freunde auf die Frage, was er denn davon hielte, wenn ich diese Sendung moderierte. Rolls Royce gab bis vor einigen Jahren in den Fahrzeugunterlagen nicht genau an, wie viel PS das Fahrzeug hat, dort hieß es einfach nur, die Leistung sei "sufficient". Im Unterschied
dazu wird bei "Abenteuer Forschung" Klartext gesprochen. Wir werden eine Sendung präsentieren, die verständlich macht, was in der Wissenschaft wichtig ist, welche Weichen für uns gestellt werden, wohin wir mit dem Zug der Zukunft fahren. Wir werden die uns alle interessierenden Fragen stellen und mit Forschern den Antworten auf die
Spur kommen. Wissenschaft ist die größte intellektuelle Leistung der Menschheit, ein globales Projekt, in dem sich Forscher daran machen, Lösungen für die Probleme des Planeten und seiner Bewohner zu suchen. Dass dabei Humor, Vergnügen und die Bodenhaftung nicht verloren gehen, dafür stehe ich ein. Der Zuschauer wird nach zehn Sekunden
wissen: Die Fernbedienung kann ich für die nächsten 30 Minuten weglegen. Faszinieren und erklären – 30 Minuten lang – so viel Zeit muss sein – man gönnt sich ja sonst nichts.